[Wuppertal]

Am Samstag auf den Weg nach Köln gemacht, um endlich mal einer Bloglesung live beiwohnen zu können. Neben den mir lesebekannten Herren Winkel und Fitz, gaben sich die weiteren Herrengedecke Frau von Welt, der.grob, 500 Beine und Erdge Schoss die Ehre. Die Veranstaltung gefiel sehr gut, die gelesenen Texte ebenso und hätten wir nicht noch eine Mission gehabt, die zu erfüllen es galt (als hätte ich den Ausgang geahnt), wäre ich gerne noch länger geblieben, um die Gedecke persönlich kennen zu lernen. So muss werde ich wohl noch mal wiederkommen.

Direkt nach Veranstaltungsende brachen wir also notgedrungen ab und auf, um auf dem Rückweg ins Sauerland den Wagen des Erzeugers, den er am Vorabend aufgrund eines Fluges gen Süden in Köln abgestellt hatte, in Wuppertal zu deponieren, wo er ihn auf seinem Rückweg wieder in Empfang nehmen würde.

Die Adresse sei nicht weit von der Autobahn entfernt, versicherte mir mein Vater noch am Telefon und, obwohl ich es hätte besser wissen müssen, ich glaubte ihm. Er würde alles ins Navigationsgerät eingeben, wir müssten es nur einschalten und losfahren. Schon kurz nach der Abfahrt stellte ich fest, dass ‚nicht weit’ ein dehnbarer Begriff ist und Gutgläubigkeit ein Fehler- in diesem Fall erstreckte sich ‚nicht weit’ über diverse Kilometer.

Die nächsten beiden Fehler beging die freundliche Frau B., Navigationsgerät von Beruf und daher per definitionem Kennerin des richtigen Weges. Sollte man meinen..
Zunächst bestand sie darauf, dass wir auf einer Schnellstraße links abbiegen, was auf Schnellstraßen eher selten möglich ist. In unserem Fall nur unter Einsatz von Blech und Leben, so dass ich davon Abstand nahm. Wieder auf dem richtigen Weg und immer noch an das Gute in Frau B. glaubend, folgte ich weiter ihren Anweisungen, nur um wenig später über einen beschlaglochten Feldweg, vorbei an schlafenden Kühen und Pferden, zu holpern. Mitten in Wuppertal! Immerhin mündete der Weg in die Zielstraße, wo uns die nächste Überraschung ereilte. Nicht nur, dass die eingegebene Hausnummer falsch war, sie existierte nicht.

Angesäuerter als Pommes von Haribo, wählte ich nachts um kurz vor eins die Handynummer meines Vaters, um ihn fernmündlich einen Kopf kürzer zu machen und nebenbei noch die richtige Nummer zu erfahren. Wie nicht anders zu erwarten war, schliefen sowohl der Vater als auch das Handy friedlich. Ein Anruf bei der Auskunft brachte schließlich die Gewissheit, dass die eingegebene Hausnummer (108) knapp 100 Nummern von der korrekten (14) abwich. Die Adresse wurde im Navigationsgerät korrigiert, weitergefahren und schließlich ‚Sie haben ihr Ziel erreicht’. Auto geparkt und kurz vorm Schlüsseleinwurf festgestellt, dass es sich beim dem Ziel nicht um die 14 sondern die 32 handelte. Auf dem Rückweg zum Auto schnell noch wutentbrannt gegen ein mobiles Verkehrsschild getreten, was dem Schild deutlich weniger Unbehagen bereitete als dem Fuß. In diesem Teil der Stadt lebt man, wie es scheint, als Hausnummer lieber zurückgezogen, so dass die Suche nach dem Ziel sich schwieriger gestaltete als das Überstehen des Halbmarathons am vergangenen Wochenende für Rainer Calmund. Von der gefühlten Zeit und der Distanz her, war es allerdings dasselbe. Als wir das Auto richtig abgestellt und wieder die Autobahn erreicht hatten, waren aus den von meinem Vater prognostizierten 10 Minuten knapp 60 geworden. Weniger fertig als Calli war ich da auch nicht..

6 Mehrere Meinungen to “[Wuppertal]”

  1. dGB

    Er sollte besser mal lernen, so zu tun, als wärest Du nicht da und sich selber helfen! Dann hättest Du deutlich weniger Stress. Aber leider lernt er ja nix mehr.

  2. juf

    na, gut, dann will ich mal ein auge zudrücken.

  3. MC Winkel

    Och Mönsch!? Warum haben Sie denn nichts gesagt. Ich hätte ein Freibier springen lassen! :)

  4. admin

    Verlockend in doppelter Hinsicht, Herr Winkel. Beim nächsten Mal nehme ich keine Botengangaufträge an, dafür aber ihr Angebot..

  5. Maegz

    Und wäre Köln nicht wirklich auch ne Ecke weg vom Südwesten hier unten, hätte ich der Veranstaltung auch gerne beigewohnt. Aber solche Missionen müssen nun wirklich nicht sein.

  6. Endlich: Lesungen in Köln & Paderborn - Der Film

    [...] waren und berichtet haben das Konferenz-Blog, das Tagesblog, roesisch, Chilldogg, Smithers, Oliver, die Working Woman, der.grob, ker0zene, die Diva (die übrigens extra aus der [...]

Leave a Reply