[Extreme. Jetzt auch in Farbe. Und bunt.]

Immer diese Extreme. Schwarz oder weiß, groß oder klein, reich oder arm, besoffen oder nüchtern, Himmel oder Hölle.

Die Tage in der Singlehölle waren nach einer Woche gezählt und wir machten uns mit diversen Japanern und anderen Asiaten wieder auf den Rückweg. Was man nicht ahnen konnte- die Windstille in unserer Bucht bedeutete nicht, dass auf der anderen Seite der Insel nicht vielleicht doch Wind und damit leichter Seegang sein könnte. Der Weg zum Boot war ein mittelgroßes Abenteuer, da der Steg kein fester war, sondern aus einer langen Reihe Pontons bestand, die wie eine Schlange auf den doch beachtlichen Wellen balancierte. Und wir auf ihr. Auf dem Boot angekommen, stellte ich schnell mit Wohlwollen fest, dass unsere Koffer, aus welcher glücklichen Fügung auch immer, im Boot reisten, während die anderen alle vorne am Bug fröhlich auf die hohen Wellen warteten. Nach wie vor frage ich mich, in welchem Zustand der Inhalt dieser Gepäckstücke nach der Überfahrt war und wie viel Übergepäck in Kilogramm bei einem Koffer der Kategorie L wohl zusammenkommt, wenn die Wäsche darin in Meerwasser schwimmt. Vielleicht teste ich das am Wochenende mal in meiner Badewanne.

Die Japaner, die auch beim Rumliegen im knöcheltiefen Wasser immer eine Schwimmweste getragen haben, schnürten sich auf dem Boot diese schnellstmöglich um den Leib und wurden schon nach drei Minuten Fahrt bleich, was bei bleichen Asiaten was heißen mag. Der Japaner, der mir gegenüber saß, muss in den kommenden 45 Minuten die schlimmste Dreiviertelstunde seines Lebens erlebt haben. Ständig wischte er sich den Schweiß von der Stirn und schluckte schwer, während ich mir überlegte, wie schnell ich wohl am besten in welche Richtung springen muss, um nicht von ihm getroffen zu werden, wenn Schlucken nicht mehr hilft. Zumindest für die Zeit der Überfahrt half es, danach trennten sich unsere Wege.

Im neuen Hotel angekommen, stellte sich schnell heraus, dass Ruhe und Einsamkeit hier nicht unser Problem sein würden (nicht, dass es vorher ein Problem gewesen wäre). Ich lernte schnell: Kleine und mittelgroße Kinder aller Herren Länder haben eins gemeinsam: Sie kreischen, schreien und heulen alle gleich. Laut! Ohne optische Tipps lässt sich unmöglich die Nationalität ausmachen. In diesem Hotel lag man allerdings auch ohne die Augen zu Hilfe zu nehmen ca. 95% richtig, wenn man auf amerikanische Herkunft tippte.

Um den Kindern zu entkommen und die letzten Baht unter die thailändische Menschheit zu bringen und überhaupt, weil man den Ballermann von Phuket ja mal gesehen haben muss (glatte Lüge), sind wir am zweiten Tag nach Patong gefahren. Sah ich gleich am Anfang ein Spaß-T-Shirt mit der Aufschrift No, I dont want a f***ing massage, tuktuk or rolex, thank you (oder so ähnlich), wünschte ich mir nach ca. 500m genau ein solches gekauft zu haben. Nach knapp drei Stunden hatten wir die Schnauze voll und wollten zurück. Nur wo ein Taxi finden? Wir fragten bei einer Rundtripverkäuferin nach, die sich gerade mit ihrer Freundin unterhielt. Diese meinte, sie würde uns eins besorgen, wir müssten nur 5 Minuten warten. Und verschwand. Und tatsächlich- nach 5 Minuten kam ein Auto, die Scheibe ging runter und es fuhr: die kleine Thaifreundin. Zunächst fuhr sie noch mit uns zu sich nachhause, weil sie ihren Sohn abholen musste. Dann fuhr sie mit uns zur Tankstelle und dann fuhr sie uns wirklich zu unserem Hotel und erzählte zwischendurch allerlei Zeugs auf Englisch, was ich allerdings nur schwer verstand, weil r zu l wurde und das th sowieso völlig überschätzt wurde. Ihrer Meinung nach. Aber immerhin verstand ich, dass sie nächsten Monat einen Mercedes SLK bekommt, auf den sie über ein halbes Jahr gewartet hat und den sie im Voraus bezahlen musste. Wovon, möchte ich lieber nicht wissen, denn in ihrem für thailändische Verhältnisse recht schicken Haus lebte sie alleine mit ihrem Sohn und ihrer Tochter. Und 16 Katzen. Ob man das nur mit Taxiaushilfsfahrten schafft?

Den letzten Tag verbrachten wir noch am und im Pool, ließen uns von der Massagamafia, die direkt am Strand vor dem Hotel gute Massagen für wenig Geld anbot, durchkneten und aßen anschließend nochmal ein thailändisches Menü- auf besonderen Wunsch einer einzelnen Person (die nicht ich war) not spicy at all. Und dann traten wir die Rückreise an, von der ich ein anderes Mal berichte, wenn ich mich davon wieder erholt habe.

Eine Meinung to “[Extreme. Jetzt auch in Farbe. Und bunt.]”

  1. Svensson Handsome

    Aaaaaaaaaaaaaah!

    Long time no see! Sorry!!!!!!!!

Leave a Reply