Gestern beim Vater zum Grillen eingeladen gewesen. Nun ist es so, dass der Herr Erzeuger nicht gerade als Hausfrau geboren wurde, um es mal vorsichtig auszudrücken. Genauer gesagt übernahmen in seinem Leben eine lange Zeit Frauen diese Pflicht. Und irgendwann scheint man das Erlernen dieser Fähigkeiten nicht mehr aufholen zu können. Die Schublade ist zu, wie so viele andere auch.
Vielleicht liegt es aber auch an den Genen oder dem Fakt, dass der Vater eben ein Mann ist und Männer in der Vergangenheit generell nichts mit Hausarbeit zu tun hatten.
Fakt ist: es liegt ihm nicht.
Und so beginnen (und enden) Essenseinladungen bei meinem Vater immer da, wo von mir ausgesprochene Essenseinladungen auch immer beginnen (und enden): in der Küche. Nur eben nicht in meiner, sondern in seiner. In der, man ahnt es, einiges fehlt. So fehlt es beispielsweise an ordentlichem Salz. Dafür gibt es Salzwürzmischungen für jeden Anlass. Auf diese Würzmischungen überträgt er, was er beim Wein über lange Jahre gelernt hat: ausgiebige Lagerung. Das mag bei Wein funktionieren (und dort auch längst nicht immer), das funktioniert sicher nicht bei Gewürzen, auch wenn die Ablaufdaten einiges erwarten lassen: 1 x 2001, 1 x 2002, 2 x 2003 und 1 x 2004. Im Keller fand ich noch 1 x 2009, aber das muss dort noch ein wenig lagern, vermute ich.
Während die Frauen sich in der Küche nützlich machten, machte der Vater… nix. Zumindest nichts Erkennbares. Definitiv legte er keine Getränke kalt, denn die fehlten in ausreichender Menge. Er deckte auch nicht den Tisch, denn das machten wir. Auch die Hunde konnte er nicht mit Bällen beschäftigen, die mussten den Küchenvorbereitungen beiwohnen, falls mal etwas daneben fällt.
Als nach vollendeter Vorbereitung dann alle am Tisch sassen, sagte der Vater zum Onkel, was sein Bruder ist: So, jetzt kannst Du mal das Fleisch auf den Grill legen.
Von meinem Vater kann ich noch viel lernen.