[einfach mal so]
Monday, July 31st, 2006Montag!
Ein Montag wie aus dem Lehrbuch. Ein Montag, wie ihn schon soviele besungen und beschrieben haben. Und defintiv nicht mein Montag.
Wusste gar nicht, dass es möglich ist, so unterirdisch schlechte Laune zu haben. So schlecht, dass die Milch in den Supermarktregalen sauer wird, wenn ich nur daran denke, dass ich mal wieder einkaufen gehen müsste. Mit meiner heutigen Laune könnte ich Massenkarambolagen hinaufbeschwören und alle Lemminge dieser Welt telepathisch dazu bewegen sich gemeinsam in Formation samt Pirouette von den Klippen zu stürzen.
Aber was soll man von einem Tag, der beginnt wie der heutige, auch schon erwarten?
Um kurz nach fünf Sturmklingeln an der Haustür. Schlaftrunken die Treppe runter. Vor der Tür erwartet mich ein nackter Oberkörper, der zu unserem Nachbar zur rechten gehört. Oder auch links, kommt ja drauf an, wo man steht.
Ob ich das hören würde? Bei uns in der Firma müsse ein Rohr geplatzt sein. Die Ohren noch im Reich der Träume, muss ich zunächst das Geräusch orten. Sobald ich es gehört habe, ist es auch praktisch nicht mehr zu überhören. Also rein in die Klamotten, ab ins Auto und zur Firma. Beim Betägigen des Rolltor betätige, schlimmste Erwartungen. Bei dem Rauschen, dass aus der Halle dringt, müsste man Innern inzwischen Tiefseetauchen können. Ich sehe Wale vor meinem inneren Auge vorbeiziehen. Quallen ziehen glücklich ihre Runden. Muränen, die sich in Büros eingenistet haben. Ein Teufelsrochen. Glücklicherweise kein See, ‘nur’ eine geplatzte Druckuftleitung. So etwas allerdings macht Lärm für ca. zehn Düsenjets, gefühlt wie der ganze Flughafen von Atlanta.
Keine Ahnung von Leitungen im Allgemeinen und Druckluftleitungen im speziellen, drehe ich zunächst mal alle Sicherungen raus und suche jemanden, der sich mit sowas auskennt. Sicherungen helfen nicht, Hilfe schon. Nachdem die Ohren taub und die Nerven am Ende sind, findet sich schließlich der Absperrhahn.
Ins Bett gehen lohnt nicht mehr. Also duschen, Hunde bewegen und um 9 den ersten Termin wahr nehmen. Leider allein. Versetzt worden. Und weil es sich auf einem Bein so schlecht steht, versetzt mich der Nächste gleich eine Viertelstunde später. Macht ja nix. Ich fahre ins Büro.
An der Ampel hinter mir Blaulicht. Gute Bürgerin, die ich bin, mache ich Platz. Leider sieht das der Nebenmann nicht. Es ist grün, er fährt los und mir in die Seite. Schlimme Gedanken durchzucken mich, Schimpfwörter, von denen ich noch nicht einmal wusste, dass ich sie kenne, wollen dringend in die Welt geschrieen werden. Zu feige.
Beim Beulenvergleich ziehe ich den Kürzeren. Oder aber ich gewinne-kommt auf den Betrachtungswinkel an. Schadenstechnisch schlage ich den Gegner um Längen, meiner ist größer. Leider ist der Sachverstand umso geringer und so einigen wir uns darauf, dass jeder seinen Teil trägt. Gutes Geschäft wird sich der ostdeutsche Frührentner gedacht haben, als er wieder in seinen Wagen stieg. Das dachte ich mir dann eine Stunde später auch. Leider eine Stunde zu spät.
Eigentlich gibt es seitdem nichts, aber auch gar nichts, dass meine Laune aufheitern könnte. Nicht die Tatsache, dass mein Telefon heute ohne Unterlass klingelt, seit ich im Büro bin. Nicht die Tatsache, dass ich für einen läppischen McChicken eine Viertelstunde anstehen musste und auch nicht der Fakt, dass neben den diversen anderen Dingen, die durch das Unwetter letzte Woche kaputt gingen, nun auch noch eine weitere Heizungsanlage den Geist aufgegeben hat.
Der Tag heute ist echt eine runde Sache, das muss man ihm lassen. Da freut man sich direkt auf mehr. Sollte noch irgendjemand etwas Blödes oder Ärgerliches loswerden wollen, nur her damit. Ich nehm das gern in Zahlung. Ich geb’s auch nicht wieder her. Der Tag soll doch so schön enden, wie er begonnen hat..
Vielleicht fiel mir auch deshalb zum Stöckchen nix Passendes ein. Vielleicht.
Sollte ich heute im Lotto gewinnen, ich könnte es unmöglich annehmen. Das macht doch den ganzen Schnitt kaputt. Allerdings unwahrscheinlich, weil a) nicht Lotto gespielt und b) heute weder Samstag noch Mittwoch ist.