Heute morgen beim Start zur tagtäglichen Hunderunde habe ich tatsächlich mal das richtige getan und bin umgedreht, um den Schirm zu holen, nachdem mich nach ca. 2o Metern das erste Tröpfchen traf. Der erste Morgen seit langem, an dem ich meinem inneren Schweinehund eine auf die Zwölf gegeben habe. Eine? In die Flucht geschlagen habe ich ihn.
Der Vorteil daran sich die Hände mit einem weiteren Utensil vollzustopfen, dass mir in den folgenden 4o Minuten ca. sechs Mal hinfallen wird, ist, dass es garantiert nicht anfangen wird zu regnen. Echt jetzt.
Seit über vier Jahren bin ich nun stolze Hundebesitzerin. Drei Jahre war es nur einer und dann haben wir zum Mißfallen von Hund 1 beschlossen Hund 2 zu holen, denn Hund 2 war so verdammt niedlich auf dem Bild im Internet, dass man unmöglich nein sagen konnte. Und so begab es sich eines Tages im September 2oo4, dass ich mich in mein damaliges Auto setzte und gen Ostfriesland fuhr, um das kleine Bier, das damals noch hieß wie ein bekanntes Benzinfeuerzeug, dessen Bezeichnung mit dem letzten Buchstaben des Alphabets beginnt, vom einen Arsch der Welt zum anderen zu holen. Aber ich komme vom Thema ab.
In dieser Zeit nun habe ich gelernt, dass sich das Wetter IMMER direkt konträr zu meiner Kleiderwahl verhält. Nehme ich den schützenden Schirm mit, wird kein Regentropfen je die Sauerländer Berge benetzen. Entscheide ich mich für wärmende Accessoires wie Schal und Handschuhe, werde ich schwitzen wie ein Schwein (schwitzen Schweine eigentlich?). Lasse ich mich vom ersten Blick aus dem Fenster trüben und entscheide mich für die leichte Übergangsjacke (örghs) oder gar gegen jedwede Jacke, wird mich eine Gänsehaut ereilen noch ehe das Dach des Heims aus meinem Blickfeld entschwunden ist.
Nun wäre das alles kein Problem, ich könnte ja nachbessern. Aber dafür bin ich in der Regel zu faul. Schon wenn ich das Tor hinter mir geschlossen habe, kostet es mich extremste Überwindung wieder umzudrehen und mir Jacke oder Schirm zu holen. Es ist, als ob ich auf dem Weg nach Hamburg in Stillhorn umdrehen müsste, um meine Zahnbürste zu holen. Es geht einfach nicht. Also friere ich lieber oder werde nass oder..
Heute Morgen also die richtige Entscheidung. Die Entscheidung zur Umkehr. Vielleicht sollte ich dieses Talent gewinnbringend einsetzen und meine Fähigkeiten in Gebieten zum Einsatz bringen, in denen Hochwasser oder extreme Dürre droht. Ob auch andere Menschen über diese Fähigkeiten verfügen? Ob es gar eine Berufsbezeichnung dafür gibt?