Archive for December, 2005

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Monday, December 12th, 2005

Der Strom der Gedanken reisst nicht ab. Der der Tränen auch nicht. Aber vielleicht ist das nach einer Woche auch ein bißchen viel verlangt. Ebenso wie lustiger Inhalt. Oder überhaupt welcher ohne Seelenschmerz. Was soll ich machen..

[Das Haus meiner Gedanken]

Sunday, December 11th, 2005

Während ich hier sitze
Und warte
Auf dich
Auf ein Lebenszeichen
Von Dir
Versuche ich, dich zu sehen
Wie du wandelst
Durch das Haus meiner Gedanken.

In meinem Kopf gibt es ein Haus
Mit vielen Zimmern
Kein Palast
Kein Schloss
Nur ein Haus.
Freistehend. Zwei Etagen.
Unzählige Zimmer
Ein rotes Dach, ein Garten.

Die Eingangstür ist hellblau
Weil das für Hoffnung steht.
Ich habe aufgeräumt
Den Flur und das Wohnzimmer.
Weiter hinein werde ich dich nicht lassen
Weiter hinten und oben
Wohnt die Vergangenheit.

Du kommst herein und lächelst
Dir gefällt, was du siehst
Jedem gefällt mein kleines Haus.
Jedem, der nicht bemerkt
Dass das Dach ständig brennt
Weil auf dem Dachboden die Angst lebt.
Aber dorthin kannst du nicht.
Da steht mein Bett.

Du bewunderst die Einrichtung
Sehr geschmackvoll
Elegant. Nicht zu überladen.
Klar, der Seelenmüll
Liegt ein paar Zimmer weiter
Aufgeschichtet
In Kartons.
In Schubladen.

Nach ein paar Tagen
Willst du mehr sehen
Von meinem wunderschönen Haus
Mit den blauen Fensterläden.
Aber das Wohnzimmer muss reichen.
Sage ich.
Du bist geduldig.
Ein paar Tage.

Nach ein paar Wochen
Willst du mehr sehen
Von meinem wunderschönen Haus
Mit den Veilchen im Garten.
Aber das Wohnzimmer muss reichen.
Sage ich.
Du murrst.
Du bist geduldig.
Ein paar Wochen.

Nach ein paar Monaten
Willst du mehr sehen
Von meinem wunderschönen Haus
Mit dem lustigen Briefkasten
In dem nie Post liegt.
Aber das Wohnzimmer muss reichen.
Sage ich.

Da gehst du.
Und als du dich umdrehst
Siehst du das Dach brennen
Von meinem wunderschönen Haus.

Goodbye, love.
Ill miss you.

Jana Schroeter
aus: "Texttourismus - Eine Benefiz-Lesereise":htttp://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3833440406/302-6693897-0309611

[you]

Thursday, December 8th, 2005

Gestern habe ich mich das erste Mal wieder unter Leute gewagt. Notgedrungen. Es konnte ja nicht ewig so weitergehen- ohne Lebensmittel. Keine Getränke. Außerdem hatte ich dringend Unterlagen zu Steuerberater, Bank, Stadt und Post zu bringen. Drei Tage Aufschub sind hierbei definitiv genug.

Ich habe versucht mich so herzurichten, dass man mir die Heulerei nicht gleich auf den ersten Blick ansieht. Noch mehr hatte ich allerdings Angst, dass ich irgendwo da draußen heulen muss. Alles in dieser kleinen Stadt erinnert mich an Dich. Überall sind wir schon gewesen. Und waren glücklich. Und nun muss ich all diese Wege wieder alleine beschreiten. Ohne Dich an meiner Seite- physisch oder gedanklich.

Es hat geklappt. Keine einzige Träne auf dem Weg. Das Radio im Auto blieb für dieses Vorhaben gleich besser aus. Nicht auszudenken, sie würden ein Lied spielen, dass mich an Dich erinnert. Und- wie gesagt- irgendwie erinnert mich alles an Dich.
Kurz schlucken musste ich nach der Begegnung mit Deiner Mutter. So nah und doch so fremd. Und das so plötzlich. Ich komme mir vor wie ein Gegner, Dein Gegner, der Gegner Deiner Familie. Dabei bin ich gar keiner. Und ich will es auch gar nicht sein.

Danach habe ich mich beeilt wieder in heimische Gefilde zu gelangen. Mein kleines, sicheres Eiland, auch wenn hier ebenfalls alles an Dich erinnert. Schlimmer noch als da draußen. Aber hier muss ich mich nicht beherrschen. Ich kann es rauslassen.

Gestern Abend habe ich dann noch einmal den Weg nach draußen geschafft. Ich musste Getränke kaufen. Im Getränkemarkt steuerte ich auf das Spirituosenregal zu. Ohne es zu wollen und ohne wirklich zu wissen, was ich da tue. Ich nahm eine Flasche Whisky aus dem Regal und kaufte sie. Ich mag keinen Whisky, habe ihn noch nie gemocht. Aber er erinnert mich an Dich.

Zuhause habe ich die Flasche geöffnet und daran gerochen. Nein, ich mag ihn immer noch nicht. Anschließend habe ich die Flasche auf den Tisch im Wohnzimmer gestellt. Sie steht dort und erinnert mich an Dich. Ich habe sie mir den ganzen Abend angesehen. Irgendwie bist Du dadurch noch da. Ein ganz kleines bisschen. Und das ist sehr gut so. Denn ich wünschte, Du wärest da. Ich wünschte, Du würdest nie weggehen. Ich wünschte, wir würden einen Weg finden. Einen Weg, gemeinsam unsere Probleme anzugehen und zu besiegen. Ich kann immer noch nicht glauben, dass wir das nicht hinbekommen haben. Hinbekommen können.

Ich habe mir das erste Mal wieder etwas zu essen gemacht. Salat. Er schmeckte nicht. Nichts schmeckt in diesen Tagen. Du fehlst. Es fehlt die Art, wie Du ‘Mmmmhh’ sagst, wenn Du etwas magst und dabei die Augen aufreisst. Es fehlt Dein ‘Guten Appetit, Schatz’. Es fehlen die Diskussionen darüber, wer abräumen ‘darf’.

Heute musste ich mich wieder nach draußen wagen. Arztbesuch. Ausgerüstet mit iPod und Buch. Ich will nichts wissen von der Welt da draußen. Ich habe dort gesessen im Wartezimmer und mich beschallen lassen. So laut, dass ich nicht gehört habe, wie ich aufgerufen wurde. Auch auf dem Weg zurück zum Auto. Die Musik ist mein bester Freund und mehr will ich momentan auch eigentlich gar nicht. music was my first love- eigentlich sollte dahinter and you will be my last. So fühlt es sich an.

Die Welt da draußen ist mir fremd. Wären da nicht die Hunde- unsere Hunde- ich würde das Haus bis vermutlich nächstes Jahr nicht mehr verlassen.

Überhaupt, die Hunde. Jeden einzelnen beschissenen Morgen laufen sie freudig die Treppe hoch, stürmen ins Bad, um Dich zu begrüssen, wie sie es jeden Morgen getan haben. Dort bist Du nicht. Sie suchen Dich im Schlafzimmer. Sie können es nicht begreifen, ebenso wenig wie ich. Du fehlst ihnen. Du fehlst uns. Du fehlst mir.

Die Flasche Whisky, sie steht noch auf dem Wohnzimmertisch. Heute Abend werde ich mich wieder hinsetzen und sie ansehen. Und mir vorstellen, Du wärst bei mir..

[ ohne ]

Wednesday, December 7th, 2005

Das Aufwachen ist so einsam, so leer.
Das Bett neben mir ist so leer.
Der Tag gestern war so leer.
Der Tag heute ist so leer.
Und der Tag morgen wird so leer werden.
Dein Schrank ist inzwischen auch so leer.
Dein Waschbecken im Bad - so leer.
Dein Schreibtisch- alles fein säuberlich in die Kiste gepackt. Von mir selbst, um Dir zu helfen. Nun ist er so leer.
Fürs Auseinanderschrauben fehlt mir die Kraft, nicht die körperliche. Ich fühl mich so leer.
Deine Stimme, die jetzt eigentlich den Raum erfüllen würde- sie ertönt nicht. Der Klang ist leer.

Mein Leben ist so leer, seit Du gegangen bist. Auch wenn ich weiß, wenn wir beide wissen, dass es für uns kein Happy-End gibt, der Gedanke an ein Leben ohne Dich..
Ich fühl mich leer, so leer.
Das Leben so leer.

[die zeit heilt alle wunder/n???]

Wednesday, December 7th, 2005

Hoffentlich!
In den ersten Tagen kommt es einem zumindest so vor, als ob der Schmerz nie vorbeigehen würde.

Wie wahr, was "wortschnittchen":http://wortschnittchen.blogger.de/ schreibt:

Beim ersten Mal tut es ja noch besonders weh, heißt es für die Liebe, aber da habe ich mehr Erfahrung und kann nur sagen: Leute, es tut immer gleich weh, wenn man liebt und entlassen wird. Ich bin schon zwei-, dreimal entlassen worden, und weiß, wovon ich rede. Gerade der Letzte vor einigen Wochen, der hat mich quasi entlassen, oder ich ihn, wie auch immer. Also war ich gezwungen, mich zu entlieben oder versuche es zumindest.

Also versuche ich ein möglichst normales Leben zu führen, was mir leider nur sehr unzureichend gelingt und hoffe jeden Morgen beim Aufwachen aufs Neue, dass sich wenigstens schon ein wenig Schorf auf die Wunde gelegt hat und sie aufhört zu eitern..

[Notiz an mich selbst: Und auch wenn Du irgendwie hoffst, dass die Geschichte, die "Herz’ Kollegem":http://www.20six.de/heart81 wiederfahren ist, Dir selber wiederfährt- Du darfst Dich nicht darauf versteifen, sonst wird das mit dem Heilen nie was!

Er ist mit seiner Freundin seit 13 Jahren zusammen. Vor einiger Zeit standen sie vor einem riesigen Problem, stellten die ganze Beziehung in Frage und wie es kommen musste… sie trennten sich, zogen jeder ein eine eigene Wohnung. Nach einem Monat dann war beiden klar, dass sie doch wieder zusammen kommen wollen, dass sie die Beziehung doch weiter führen wollen… sie lebten ein ganzes Jahr dennoch in getrennten Wohnungen und nun haben sie sich ein Haus gekauft und werden nächstes Jahr heiraten. Kinder sind in Planung.

[ ]

Monday, December 5th, 2005

Wann wird die rosarote Brille wieder ein wenig mehr rosa erscheinen und nicht mehr so grau?

[alle jahre wieder]

Thursday, December 1st, 2005

!ftp://u38537878:muecke@www.chilldogg.de/images/hamburg2.jpg!

..und immer wieder zur Weihnachtszeit trifft sich die gesammelte Familie mütterlicherseits in der (laut den Einwohnern und irgendwie auch laut mir) schönsten Stadt der Welt.
Neben Treffen, Erzählen- dabei immer lauter werden, damit man überhaupt mal zu Wort kommt- gibt es leckeres Essen, viiiieel zu trinken, Weihnachtseinstimmung und wahnsinnig viel zu lachen. Aus der Phase des ‘Bist Du groß geworden’ und Onkel- und Tantesagen sind wir glücklicherweise seit einigen Jahren raus. Neue Großwerder, die allerdings von den Begriffen Onkel und Tante verschont werden, sind inzwischen nachgewachsen. Und ich werde mich sehr bemühen diesen obligatorischen Satz niemalsnicht zu sagen. Am Wochenende nicht und auch sonst nicht.

Außerdem gibt es allsamstaglich noch den positiven Nebeneffekt des Weihnachtsshoppings, der allerdings sehr von seinem eigenen negativen Nebeneffekt begleitet wird: nicht nur wir haben die Idee am zweiten Advent Geschenke für die anderen (und für uns selbst) zu besorgen.
Ich werde mich also am Samstag mit unzähligen anderen kaufwilligen durch die Hamburger Innenstadt schieben und mich bemühen, mir von diesen nicht die Shoppinglaune vermiesen zu lassen.

Und: Samstag wird ausgeschlafen. Die kleinen Fellhosen bleiben daheim und wir haben Gassifrei. So schön die kleinen Quälgeister auch sind, so schön ist es auch, sie mal für ein Wochenende abgeben zu können.

Sonntägliches Ausschlafen wird ein wenig kürzer ausfallen, da die Familie generell unter
Frühaufstehsucht leidet (wovon ich mich leider nicht ganz ausnehmen kann) und das gemeinsame Frühstück im Zweifel wirklich ein Frühstück und kein Brunch sein wird.